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Dietmar Schwenck

Kunst und Antiquitäten / San Juan / Teneriffa







Der Puppenmaler
Dietmar Schwenck hat eine ruhige, sanfte Stimme. Wenn er von seiner Arbeit erzählt, dann klingt das ein wenig nach väterlicher Fürsorge. Der Maler restauriert und porträtiert alte Marionetten und Stabpuppen aus aller Herren Länder. Jede Puppe hat für ihn einen Namen und eine Seele. Zu jeder einzelnen weiß er ihre Geschichte zu erzählen. Sie heißen Jobus, Ombra und Anaya und stammen aus Ländern wie Bali, China, Birma oder Thailand. Einige sind schon mehr als ein Jahrhundert alt. Jede bringt ein eigenes Wesen, einen eigenen Charakter mit.
Mit Halma, einer burmesischen Marionette aus dem 19. Jahrhundert, hat für den Flensburger Künstler alles angefangen. Im Internet hat der 60-Jährige die verwahrloste Marionette damals entdeckt und viel Herzblut in sie gesteckt. Jedes Bein, jeden Arm, jede Perlenstickerei und jedes Fitzelchen Stoff hat er selbst repariert. Halma folgen im Laufe der Zeit an die 30 weitere Puppen, mit denen er sich den Platz in seiner Flensburger Altbauwohnung teilt. Etliche Monate investiert der Künstler in die Restaurierung jeder Neuerwerbung. Studiert Funktion und Bewegung, recherchiert ihre Bedeutung und gibt ihnen ihr Leben zurück. Stets darauf bedacht, sie nicht in ihrer Ursprünglichkeit zu verändern. Nachdem er sie wiederhergestellt hat, arrangiert er Szenerien aus ihnen und fertigt Stillleben von ihnen an. An seinem jüngsten Bild, einem Ölgemälde der Marionette Ombra, hat er mehr als ein Jahr gearbeitet. Doch nur auf diese Weise kann er seine Puppen wirklich kennenlernen, sagt er: "Hier läuft alles zusammen für mich, Holz, Textilien, Farben. Es ist eine Art Spiel, um das Wesen der Figuren gefühlsmäßig zu erfahren." Mit Leidenschaft übt er mit ihnen auch kleine musikalische Stücke ein und bringt sie zum Tanzen.

Eine Auswahl aus Dietmar Schwencks Puppen-Gemälden wird in der Ausstellung Am Faden - Marionetten im Bild präsentiert. Die Vernissage findet am Sonnabend, 17. Juni, 15 Uhr in der Galerie Sandberg, Schulze-Delitzsch-Str. 21 in Flensburg statt. Die einführenden Worte spricht FAB-Direktor Michael Kohnagel. Dietmar Schwenck begleitet mit einem kurzen Puppenspiel die Eröffnung. Das Rahmenprogramm gestaltet der Haus Chor des Servicehauses Sandberg mit.

Die Ausstellung ist bis zum 21. September 2017 zu den Öffnungszeiten (tägl. 7 - 19 Uhr) des Servicehauses Sandberg zu sehen. Die Galerie Sandberg ist eine gemeinschaftliche Einrichtung der AWO Schleswig-Holstein und der Flensburger Genossenschaften FAB und SBV.